FACHBEITRAG
14
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04
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2026

Der unterschätzte Skill der Unternehmenskommunikation

Wir haben es nicht leicht: Kommunikator:innen müssen heute quasi alles können. Texten ist Pflicht. Video wäre gut. Datenkompetenz schadet nie. Und natürlich KI. Alles richtig. Und trotzdem fehlt in dieser Aufzählung der Skill, auf den es angesichts der Informationsflut am meisten ankommt: Kuratieren.

Wir haben es nicht leicht: Kommunikator:innen müssen heute quasi alles können. Texten ist Pflicht. Video wäre gut. Datenkompetenz schadet nie. Und natürlich KI. Alles richtig. Und trotzdem fehlt in dieser Aufzählung der Skill, auf den es angesichts der Informationsflut am meisten ankommt: Kuratieren.

FACHBEITRAG
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2026

Der unterschätzte Skill der Unternehmenskommunikation

Wir haben es nicht leicht: Kommunikator:innen müssen heute quasi alles können. Texten ist Pflicht. Video wäre gut. Datenkompetenz schadet nie. Und natürlich KI. Alles richtig. Und trotzdem fehlt in dieser Aufzählung der Skill, auf den es angesichts der Informationsflut am meisten ankommt: Kuratieren.

Wir haben es nicht leicht: Kommunikator:innen müssen heute quasi alles können. Texten ist Pflicht. Video wäre gut. Datenkompetenz schadet nie. Und natürlich KI. Alles richtig. Und trotzdem fehlt in dieser Aufzählung der Skill, auf den es angesichts der Informationsflut am meisten ankommt: Kuratieren.

Der unterschätzte Skill der Unternehmenskommunikation

Immer mehr Menschen im Unternehmen wollen selbst kommunizieren. Immer mehr Bereiche und Projekte beanspruchen Sichtbarkeit. Immer mehr Themen drängen gleichzeitig in Newsletter, Intranet, LinkedIn-Posts, Videos oder Townhalls. Und mit jedem neuen KI-Helfer und mit jedem zusätzlichen Kanal steigt der Output. Das Problem der Unternehmenskommunikation ist nicht, dass zu wenig Content da wäre. Das Problem ist, dass zu viel davon um immer geringere Aufmerksamkeit konkurriert.


Gefragt sind Kommunikator:innen, die auswählen, gewichten, einordnen – und weglassen können. Kuratieren wird zum Kernskill der Unternehmenskommunikation. Diese vier zentralen Fähigkeiten zeichnen gute Kurator:innen aus:
 
1. Relevanzgefühl
Kommunikator:innen wissen, welche Themen strategisch tragen, welche nur kurzfristig Lärm erzeugen und welche intern zwar Begeisterung auslösen, für die Unternehmensöffentlichkeit aber kaum nachhaltige Bedeutung haben.
Gute Kurator:innen leisten ihrem Publikum damit einen echten Dienst: Sie filtern und ordnen ein, was wirklich wichtig ist und was eher in die Kategorie „auch noch passiert“ gehört.
 
 
2. Zielgruppenkenntnis
Kuratieren funktioniert nur vom Publikum aus. Wer die richtigen Inhalte auswählen will, muss wissen, welche Informationen Mitarbeitende, Führungskräfte und weitere Zielgruppen wirklich brauchen – oder gerade eben nicht mehr aufnehmen können. Ohne diese Perspektive wird Kommunikation senderzentriert. Gute Kurator:innen denken andersherum: nicht vom Mitteilungsbedürfnis von Projekten oder einzelner Personen aus, sondern von der Interessenlage und dem Orientierungsbedürfnis des Publikums.
 
3. Redaktionelles Denken
Kuratieren ist eine zutiefst redaktionelle Disziplin. Nachrichtenwert erkennen, Themen hierarchisieren, Kontext schaffen, Perspektiven auswählen, ein gutes Gefühl für Timing beweisen. Das ist redaktionelles Denken in Reinform und das braucht es noch mehr in der Unternehmenskommunikation.
 
4. Rückgrat
Viele Kommunikationsabteilungen sind Profis darin, Dinge möglich zu machen. Aber nicht jede Meldung aus dem Projekt braucht die große Bühne und nicht jede Initiative ein neues, prominentes Format. Gute Kurator:innen benötigen die Fähigkeit, Auswahlentscheidungen auszuhalten und zu verteidigen. Die wichtigste Leistung von Kommunikation ist heute nicht mehr das Veröffentlichen, sondern das Weglassen.

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Geschrieben von Zimmermann Editorial

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