


Die eigene Führungskraft und die Leitung darüber – klar, kennt man. Vorstand und Geschäftsführung auch, zumindest die wichtigsten. Sind ja auch ständig irgendwie präsent und erklären, was Sache ist. Und die Kommunikation, wer leitet die? Die Antwort ist nicht selten Schulterzucken.
Die Haltung der Unternehmenskommunikation zu dieser Gleichgültigkeit ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Den einen ist es egal. Sie sagen, ihr Auftrag sei es schließlich, die Sache des Unternehmens und der Führung zu vermarkten, nicht sich selbst. Die anderen nehmen es hin und leiden still. Beide machen einen Fehler.
Sichtbarkeit schafft Respekt
Für die Unternehmenskommunikation gilt dasselbe wie für jede andere Stabsdisziplin: Nur wer sein Tun vermarktet, wird gesehen und respektiert. Sieht sich das Team lediglich als interner Dienstleister von Management und Projektleitungen, bleibt es immer im Schatten. Die Folge: Man wird (wie eh und je) zu spät zu wichtigen Themen konsultiert. Man kommt nie in die Rolle des Gestalters und Impulsgebers. Man wird nicht ernstgenommen. Mehr noch: Manager anderer Abteilungen vertrauen nicht auf die strategische und konzeptionelle Kompetenz eines Kommunikationsteams, das sich selbst kleinmacht. Sie sehen sich selbst im Lead, wenn es darum geht, Kommunikation strategisch zu denken. Ihre „strategischen“ Gedanken teilen sie mit und delegieren die Umsetzung.
Sichtbarkeit ist Teil des Jobs
Zumindest die Leitung des Teams ist im besten Sinne eines „Regierungssprechers“ mehr als nur Dienstleister. Er oder sie stellt sich vor das Management, hält den Rücken frei, interpretiert, wird als kompetente Ansprechperson wahrgenommen und respektiert. In dieser Rolle wird aber nur respektiert, wer auch ständig präsent ist und sich über die Sprecherrolle hinaus profiliert.
Sichtbarkeit schafft Akzeptanz
In fast jedem Unternehmen gilt die Interne Kommunikation quasi historisch als unzureichend. Geht’s dem Unternehmen schlecht, wird die Kommunikation abgewatscht. Ein Kommunikationsteam, das sich durch Selbstvermarktung in der Beurteilung „unabhängig“ macht vom unternehmerischen Erfolg, ist frei von dieser fast schon gesetzmäßigen Dynamik.
Wie schafft man diese Sichtbarkeit?
Als Teil des Führungsteams in der Kommunikation: Indem man sich auf die bedeutenden Bühnen des Unternehmens stellt, die Vielschichtigkeit und Komplexität von Kommunikation erklärt, strategisch argumentiert und den Wertbeitrag von Kommunikation thematisiert. Indem man dem Management die kommunikativen Folgen unternehmerischen Handelns spiegelt, das mit Nachdruck vertritt und frühzeitige Einbindung immer wieder einfordert. Top-Kommunikatoren können die internen Medien nutzen für eigene, gebrandete, regelmäßig einordnende Beiträge zu Themen, die intern bewegen. Sie können z.B. auch eigene kuratierende Newsletter oder Podcasts ins Leben rufen. So werden sie von der Belegschaft als Orientierung gebende Instanz erlebt.
Als Team: die etablierten Kommunikationsformate eingängig und durchgängig branden, so dass sie als aufeinander abgestimmte Einheit erscheinen. Einzelne Teammitglieder können zudem für sich eigene, wiederkehrende Formate entwickeln. Wie die Reporterin, die einmal im Monat irgendwo „vor Ort“ ist, hautnah berichtet, mit ihrem Gesicht für ihren Beitrag steht und schnell unternehmensweit bekannt wird. Oder wie der neugierige Redakteur, der regelmäßig nur scheinbar dumme Fragen stellt und damit den Nerv vieler Kolleginnen trifft.
Das Team Unternehmenskommunikation hat die Formate und Medien selbst in der Hand. Und damit auch die Rolle, die sie auf diesen Bühnen spielt. Macht euch sichtbar und gebt euch Bedeutung!
Fotonachweis: giphy.com